UNTERRICHTSINHALTE

Traditionelle Lehrmethoden

Das Chen-Stil Taijiquan Netzwerk Deutschland (CTND) bietet ein zugleich gut strukturiertes als auch umfassendes Unterrichtskurrikulum an. Hierbei kann sich jede/r Ausübende selbständig entscheiden, wie viele und welche Übungen trainiert werden. Es ist keineswegs notwendig, das gesamte Kurrikulum zu beherrschen! Wir legen besonderen Wert auf die Nachvollziehbarkeit der Lehre und das selbstverantwortliche Üben.

Kern des Chen-Stil Systems sind zwei traditionelle Hauptformen, die Yilu (erste Form) und Erlu (zweite Form) genannt werden1. Konzentriert sich die Yilu eher auf durchlaufende und ruhige Bewegungsaspekte, so stellt die Erlu das Pendant zu dieser dar und beinhaltet viele explosiv ausgeführte Techniken, weswegen ihr der Beiname "Kanonenfaust" gegeben wurde. Beide Formen ergänzen einander sinnvoll und enthalten die gleiche Körpermechanik (Shenfa).

Taijiquan wird hauptsächlich über diese beiden traditionellen Handformen erlernt. Mehrere Stand- (Zhan zhuang), Sitz- (Da zuo) und Basisübungen (Jibengong) bereiten auf bestimmte Trainingsaspekte vor und helfen, den Inhalt der Formen besser begreifbar zu machen. Denn das Hauptaugenmerk liegt beim Taijiquan auf dem "Wie" einer Bewegung, also ihrer Qualität. Die Stand-, Sitz- und Basisübungen beinhalten allesamt Bewegungen, die zu einer fortwährenden Kräftigung, Strukturierung des Körpers und inneren Dehnung führen.

Darüber hinaus komplettieren Waffen- und Gerätetraining als auch gemeinschaftliche Partnerübungen das Kampfkunstsystem des Taijiquan. Insgesamt lässt sich das hier unterrichtete Taijiquan also in vier Teilbereiche gliedern: Handformen, Stand-, Sitz- und Basisübungen, Waffen- und Geräteeinheiten sowie Partnertraining.

Alle Inhalte unterstützen hierbei die fortwährende Kräftigung, Neuausrichtung und Zentrierung des Körpers. Bestehende körperliche Probleme werden sehr aufmerksam studiert und korrigiert. Die Stand-, Sitz- und Basisübungen klären grundlegende Bewegungsschemata, so dass ein einfacher Einstieg in die Bewegungslehre des Taijiquan gewährleistet ist. Der Fokus liegt allerdings immer auf der Ausarbeitung der Kraftverläufe in den Handformen, denn hieraus resultiert schlussendlich die Fertigkeit, im Chinesischen eben das "Taiji Gongfu".

Kooperative als auch kompetitive Partnerübungen führen zudem zu einer natürlichen und effektiven Selbstverteidigung, die für alle daran Interessierten Bestandteil des Taijiquan-Trainings sein sollte. Das Selbstverteidigungs-Training beinhaltet viele weitere Inhalte, die hauptsächlich auf den Übungen der so genannten "schiebenden Hände" basieren. 

MEHR ZUM ANWENDUNGSTRAINING

 

 

Fußnoten:

Die erste Form beinhaltet heutzutage 89 Sequenzen, die teilweise von Chen Yu ergänzt wurden, um eine klarere Zählweise von Bewegungen zu ermöglichen. Schon sein Großvater Chen Fake fügte der traditionellen Form der Chen Familie einige Formnamen hinzu und zählte sie in 83 Schritten, um auf gleiche Weise ein besser strukturiertes Lernen zu gewährleisten. Die zweite Form enthält 72 Sequenzen.

 

 

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